„The prize for best director goes to a filmmaker that shot an image that might seem insignificant at first, but which gains its power because the director believes in it. And through repetition it becomes an act of survival, where we identity with a flower as the powerful center in a loop that never seems to end. The prize goes to Inflorescence by Nicolaas Schmidt.“
BIEFF Intl. Competition Jury (Mathieu Janssen, Antoine Chapon, Angelika Ramlow)
„Mit seinem faszinierenden und synästhetischen Zusammenspiel von Bild und Ton ist INFLORESCENCE ein einzigartiges filmisches Experiment.“
FBW-Pressetext
OMG, das ist nun doch ne Überraschung! Meine erste Erfahrung mit der Filmbewertung Wiesbaden im Jahr 2018 sollte ja eigentlich auch die letzte sein. Unfassbar widersprüchlich und dadurch irritierend oberflächlich naiv, geriet deren erste Begründung meines Films „Final Stage [The Time for All but Sunset – BGYOR]“. Der Versuch des zweiten Gemiums (natürlich abermals kostenpflichtig), geriet dann klarer und widersprach an vielen Stellen gar der ersten Juryauffassung. Doch die Investition in die Prüfungsgebühren für diese eigene FBW-Erfahrung, die letztlich nur wie erwartet geriet, war dann halt doch nicht gerechtfertigt.
Bei der Entscheidung nun doch auch meine letzte Arbeit „Inflorescence“, ein Dauerloop, der FBW vorzulegen mag mir der ‚Schalk im Nacken gesessen haben‘. Letztlich war nur die Neugier zu groß, erfahren zu wollen, wie irgendeine Begründung dazu aussehen würde, und natürlich war auch die günstigere Gebühr für nur 8 Minuten ausschlaggebend. Doch dann…
„Sicher, die Redundanz hat Witz, aber bei längerem Nachdenken lässt sich bemerken, dass Schmidts Kurzfilm durchaus auch Tiefe besitzt. Ein langes Schweigen hat die Diskussionsphase zunächst eingeleitet.“
Inflorescence-Begründung FBW
„INFLORESCENCE ist gnadenlos und zerstört Hoffnungen auf Veränderung. Und dennoch ist INFLORESCENCE motivierend.“
Inflorescence-Begründung FBW
„Schmidts Filmexperiment steht eindeutig nicht für eindeutige Antworten.“
Inflorescence-Begründung FBW
Es scheint also, wie etliche Kollegen seit jeher meinen, zu stimmen: Die Gremienzusammensetzung der „sog. Filmbewertung” stellt sich gewagt offen dar. Diesmal nun scheint es, waren halt einfach mal qualifizierte (oder motivierte) Kräfte am Start die auch bereit waren mal ‘länger nachzudenken’. Aber wenn man Pech hat halt nicht. Eine derartig objektivitätsbefreite Beliebigkeit sollte keinerlei Rolle spielen im Filmfördersystem, geschweige denn eine Gebühr als Voraussetzung haben dürfen. Ein guter Freund erhielt mal als Begründung für eine Ablehnung: ‘Dieser Film wird bei seinem Publikum sicherlich viele Fragen aufwerfen’. Mehr Beweis für ein mindestens merkwürdiges Verständnis von Kunst geht ja nicht – einem Werk vorhalten, dass es Fragen und keine Antworten liefert. Und was soll dieses ‘sicherlich’? Im Zweifel will man das Publikum nicht überfordern und schützt es mal lieber vor derlei Anforderung? „Inflorescence“ wäre bei dieser Jury dann auch eindeutig durchgefallen. Ob ich mich also jemals nochmal auf dieses überteuerte Glücksspiel einlassen werde ist zu bezweifeln. Das Gefühl diesmal jedenfalls: Wenn Pessimismus eine Umkehrung erfährt – so selten und unbezahlbar! Allerdings nun nicht mehr wiederholbar.
„An audacious and humorous comment against the mainstream cinema and its standardized narratives, reminiscent of some of Chantal Ackerman and Straub-Huillet’s formally rigorous works. And at the same time a refreshing invitation to turn back our gaze to the world around us and discover anew the cinematic treasures hidden under the surface of our uneventful everyday life. For the courage and the freedom to take us into a risky and thought-provoking journey.”
The Jury consisting of filmmaker and artist Kamal Aljafari, producer Marie-Pierre Macia, and filmmaker, artist, curator, and Golden Bear winner Adina Pintilie.
PRESS REVIEWS / INTERVIEWS
„First Time [The Time for All but Sunset – VIOLET] verbindet Bilder auf eine ganz einfache, einleuchtende Weise miteinander, so dass sich aus ihrer Summe Fragen ergeben.“
„Ein Exkurs über das Tabu eines überbordenden Ästhetizismus, den die Kunst gern unter Kitschverdacht stellt. Und doch fühlt man sich an eine Zeit erinnert, als man noch von Experimentalfilm sprach, aber damit Abenteuerlust verband und Reisen ins Unbekannte.“
„Den Zugriff auf Zeit und Ort mit jeder Minute mehr zu verlieren – auch das eine Art, den Kopf verdreht zu bekommen. Und vielleicht die schönste des Festivals.“
„Schmidt zelebriert die radikale kinematografische Reduktion förmlich, First Time ist alles andere als konformistischer Kitsch: eine Erzählung gegen klassische Narrative.“
„The film is proof that if you have some form of tension at the heart of a movie, you can easily stretch conventional cinematic patience.[…] FIRST TIME provides an experience both emotionally and intellectually stimulating (as well as being rather funny).“
„In this minimal love story, the look out the window on the metropolis, the soundtrack of the film and two lonely teenagers are condensed into a social critique.“
„Within the film, the filmmaker cleverly and elegantly plays and mixes the musical element with a rather fashion photographic and scenographic aesthetic, all to go and tell a minimal and intimate story.“
First screening: Tue Aug 10, 2021 2pm, La Sala (with presentation at beginning and Q&A with the audience after the film) Repetition 1: Wed Aug 11, 2021 6pm, PalaVideo Repetition 2: Thu Aug 12, 2021 9pm, L’altra Sala
KFFK UNLOCKED 18. Juli 2021, Filmforum Museum Ludwig Loops, Love und Langeweile. Wenige haben sich die Verwertungstragik der “langen Zehnerjahre” so sauber angeeignet, um die Leinwand zu besetzen, wie Nicolaas Schmidt. In seinen minimalen Bewegtbildern trifft verlorene Zukunft auf nostalgische Befriedigung, mediale Sadness auf sinnliche Awareness. An ihnen ist fast alles easy, nur nicht ihr Konsum. Read More
„Autumn is coming soon“ – and so the last Screenings of 💨🥀 INFLORESCENCE…
„Hey now, heeeeey nowww, don’t dreaaaaam it’s ooooover. This film is a loop of hope, where the thunderstorm is the current mess we’re in and the rose is all of us trying to keep it together. The longer the fragment is repeating itself, the tougher it gets; but hang in there all of you, the loop will end soon.“
Mathieu Janssen, GoShort Festival
🥀Thanks to Mathieu Janssen, Emilia Mazik, Camille Hebert Benazet, Thomas Grimshaw for putting INFLORESCENCE on their Top Five Shorts 2020 list ❤️
🥀Thanks to Berlinale Shorts for its cinematic premiere in 2020 and thanks to all the #festivals who #fighted (until #resignation) for their 2020/2021 #cinema #theatre editions or for giving such a work a chance online, too (even if it probably makes less sense on a monitor screen).
It was an honor to be invited into the Jury of Short Film Festival Cologne and a pleasure to discuss together with Lisa Bosbach and Züli Alagag. It was not easy, we had a hard time agreeing on the first prize of the German competition and decided to split the prize without further ado.
Congratulations to Steffen Goldkamp and Ben Voit, Katharina Huber, Borbála Nagy as well asDanilo Do Carmo & Jakob Krese!
Many thanks to Short Film Festival Cologne, for this nevertheless interesting online jury experience, just a pity about the real cinema experience. PS: My Slowreel Spotlight will be postponed to KFFK Unlocked in summer 2021 – if there will still be theatres & art spaces…
DEEP RIVERS RUN SILENT OPEN AIR VILNIUS 18.08.2020 21:00, Patiltė, Liubarto 2, Vilnius, Lithuania Meno avilys presenting screen9 program of Vilnius Intl. Film Festival
OPEN AIR CINEMA KREUZBERG 13.08.2020 21:15 (previewing selection of films invited to Xposed Intl. Queer Film Festival Berlin 2021)
VIENNA SHORTS 28.05.-02.06.2020 Film Art Love Programm viennashorts.com
Der Traum endet nicht. Wie es Träumen eigen ist, wirft er stattdessen immer wieder neue Schlingen aus, Loops, die dich zurück in den Sturm ziehen. Einen Sturm, der gleichzeitig aufbrausend überwältigend und beglückend schön ist. Größtmögliches Kino-Rauschen in welchem sich die Liebe lustvoll hin und her wirft, das ganz große Glück winkt. Im Kino, wo gerade kaum einer näher am ultra-romantischen Ideal immer wieder neue, intensive Lichtblitze abfeuert, wie das offenbar Nicolaas Schmidt vermag. Sein neuer Kinofilm ist nur 8 Minuten lang und füllt mit seiner schier unbegrenzten Wucht dennoch den größten Saal. Man kann ihn wohl auch wirklich nur in einer solchen Architektur voll erfassen. Mein Konstrukt, das ein klein wenig nachzustellen, indem ich den Film gestern Nacht mit dem Beamer an die hohe Wand bollerte, ließ dahingehend wohl nur eine erste Ahnung aufleuchten. Verdammt, ärgere ich mich, den Film auf der Berlinale – Berlin International Film Festival im Februar leider verpasst zu haben. // Still via dem Trailer (den man sich in diesem Fall unbedingt nochmals in Kombination mit dem Film ansehen sollte): https://vimeo.com/390543853
Der Corona-Sommer 2020 rückt näher, zwei Fragen stehen vor der Tür: Was noch kann ich mit meinen Lieben zuhaus alles unternehmen? Wie bringe ich während der Lockdown-Tage die Familie zusammen an einen Tisch, fernab der Nahrungsaufnahme?
„An ode to the beauty and kindness in our hearts resisting the terrible nightmare yet to come.“ Special Mention, Vilnius International Film Festival Intl. Shorts Jury